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Interesting Articles
jetzt buchen: Westerwelle-Reisen
Wed, 17.03.2010 - 17:47via Extra 3
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Rezession? Welche Rezession! Ackermann trägt erst ...
Tue, 16.03.2010 - 18:09Rezession? Welche Rezession! Ackermann trägt erst mal 10 Millionen Euro nach Hause.(author unknown)00910410964970600802
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Microsoft Employees Love Their iPhones
Sun, 14.03.2010 - 22:55portscan writes "There is an entertaining and telling article in the Wall Street Journal about iPhone use by Microsoft employees. Apparently, despite it being frowned upon by senior management, iPhone use is rampant among the Redmond rank and file. The head of Microsoft's mobile division tried to explain it away as employees wanting 'to better understand the competition,' although few believe this. Nowhere does the article mention attempts by the company to understand why the iPhone is more attractive to much of Microsoft's tech-savvy workforce than the company's own products."
Read more of this story at Slashdot.
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Achtung, Achtung! Die Demokratie ist in Gefahr! Das ...
Sat, 13.03.2010 - 08:33Achtung, Achtung! Die Demokratie ist in Gefahr! Das hat der FDP-Generalsekretär Lindner herausgefunden. Wer jetzt aber denkt, damit ist bestimmt der Westerwelle mit seinen Proleten-Parolen, seinen Schmiergeld-Parteispenden-Affären, der unbotmäßigen Begünstigung seines Lovers und seines Bruders etc gemeint, ... der hat sogar im Prinzip Recht. Nur ist laut Herrn Lindner nicht Guido die Gefahr, sondern die Vorwürfe gegen ihn. Wer hat nochmal FDP gewählt? Ich hoffe mal, das wird nicht nochmal vorkommen.
Oh und wer denkt, damit ist schon der Tiefpunkt erreicht, für den hab ich noch einen: Guido-Kritiker sind schwulenfeindlich, findet die FDP.
(author unknown)039024474687166243431663491790213825530404601931552412562512002451010241284143481526034804811733457611157273412496582995110442103317134364941626163923844935269112306246849370880726Categories: Blogs
Der rote Stern
Fri, 12.03.2010 - 20:27Wir haben:
Jim Knopf vorgelesen.
Jim Knopf im Fernsehen versucht und abgeschaltet.
Jim Knopf vorgelesen.
Jim Knopf nacherzählt.
Jim Knopf auf Vidoekassette aus der Stadtbücherei ausgeliehen.
Jim Knopf in fremde Geschichten eingebaut.
Jim Knopf Bilder gemalt.
Und endlich, beim siebenunddreißigsten Lesen fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Jim Knopf beinhaltet das ultimative Tool um Kindern klarzumachen, wer von den anwesenden Erwachsenen gerade der Chef ist! Der mit dem Stern nämlich! Ergo: Diejenige OHNE Stern ist sozusagen gar nicht da. Sie kann sich aufs Sofa legen, Zeitung lesen, gemütlich im Internet surfen, stundenlang telefonieren, und bei kindlichen Anfragen stumm mit dem Schultern zucken und auf den aktuellen Hauptmann verweisen. Ach – Eltern sein ist so schön!
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Wisst ihr, was Äthiopien gerate tut? Nee? Wollt ...
Wed, 10.03.2010 - 20:11Wisst ihr, was Äthiopien gerate tut? Nee? Wollt ihr es wissen? Sie verkaufen ihre fruchtbaren Gebiete an andere Länder.Ethiopia is one of the hungriest countries in the world with more than 13 million people needing food aid, but paradoxically the government is offering at least 3m hectares of its most fertile land to rich countries and some of the world's most wealthy individuals to export food for their own populations.And I think to myself ... what a wonderful world!
Überlegt euch mal, wie kaputt wir die mit IMF und "Hilfsprogrammen" gemacht haben müssen, dass die sich zu so einem Schritt genötigt sehen. Oh und nicht nur Äthiopien. Auch die anderen. Bei Äthiopien ist es nur besonders pervers für uns, weil wir die Hungerproblematik dort kennen. Aus der Werbung für "Hilfsprogramme". Auch der Kongo ist betroffen:Some of the African deals lined up are eye-wateringly large: China has signed a contract with the Democratic Republic of Congo to grow 2.8m hectares of palm oil for biofuels. Before it fell apart after riots, a proposed 1.2m hectares deal between Madagascar and the South Korean company Daewoo would have included nearly half of the country’s arable land.Naja, vielleicht haben die ja wenigstens einen guten Deal gekriegt, denkt sich jetzt vielleicht der eine oder andere. Nein, haben sie nicht:Water is also controversial. Local government officers in Ethiopia told the Observer that foreign companies that set up flower farms and other large intensive farms were not being charged for water. “We would like to, but the deal is made by central government,” said one. In Awassa, the al-Amouni farm uses as much water a year as 100,000 Ethiopians.Achtung: dieser Artikel wird euch wütend machen.
Aber aber aber die "Hilfslieferungen", mit denen kaufen wir uns doch frei von der Schuld, oder? Nun, äh, Live Aid hat hauptsächlich Waffen für Äthiopiens Rebellen bezahlt und die Essenslieferungen für Somalia kommen nicht bei den Hungernden an:As much as half the food aid sent to Somalia is diverted from needy people to a web of corrupt contractors, radical Islamist militants and local United Nations staff, according to a new Security Council report.Am härtesten daran finde ich den "local United Nations staff".
(author unknown)03902447468716624343000633172381704277961067056065610752587613006180501764721087082149578134800605350510441239239600609111044210331713436494162616392384493526910091041096497060080200123198007973973095118707901238631715961046025889985252915401238066348367999242043657356449301642451656442933887822955309815901576125086650Categories: Blogs
Der WTF der Woche kommt aus Baden-Würtemberg: SPD ...
Wed, 10.03.2010 - 20:09Der WTF der Woche kommt aus Baden-Würtemberg: SPD und Grüne wollen Killerspiele in Privatbesitz verbieten, CDU hält dagegen. Das lag daran, dass SPD und Grüne das Killerspieleverbot an das Verbot von großkalibrigen Waffen im Privatbesitz gekoppelt hat. Und DAS kann man mit der Schwarzen Pest natürlich nicht machen. Mir als potentiellem Opfer wäre es ja weitgehend wurscht, ob ich mit Klein- oder Großkaliber erschossen werde, insofern erschließen sich mir da die Gedankengänge aller Beteiligten Seiten nicht wirklich.(author unknown)039024474687166243431384297033154044589400063317238170427796156365903366151238481663491790213825530408214957813480060535051044123923960060910460193155241256251200245101024128414348129941775542283985401115727341249658299511044210331713436494012334394223090129221180860259429694740016261639238449352691111008494470556178370091041096497060080211106874170914565643001231980079739730950586718550853669908604506944011417834507079890189904047643110021419463019638248009815901576125086650
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Ich wollte gerade länglich etwas zu dieser an Dreistigkeit ...
Tue, 09.03.2010 - 06:44Ich wollte gerade länglich etwas zu dieser an Dreistigkeit und Widerlichkeit kaum zu überbietenden Presseerklärung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter bloggen, aber sehe gerade, dass das gar nicht nötig ist. Denn mein Namensvetter bei Carta hat da schon alles zu gesagt.(author unknown)166349179021382553040439094784092825298104601931552412562512110442103317134364940091041096497060080200123198007973973095
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Ein kleines Detail, das ihr vielleicht auch nicht wußtet: ...
Sun, 07.03.2010 - 07:46Ein kleines Detail, das ihr vielleicht auch nicht wußtet: In den USA dürfen Schwule kein Blut spenden. Äh, ... whut?! Wow.
Update: Ich kriege gerade eine Tonne Mails, die mich darauf hinweisen, dass auch in Deutschland Blutspenden von Schwulen nicht genommen werden. Heilige Scheiße, ich hatte ja keine Ahnung, was für ein mittelalterliches Land wir da haben! Das ist ja echt mal ein Schocker für mich jetzt. Krass. Und in der Schweiz ist das auch so.
(author unknown)03902447468716624343138429703315404458941563659033661512384814909165015097790339080165474958719269010192934356640830429202679171316142960520065022488805741282011125641553024321709911157273412496582995110442103317134364941626163923844935269105482514989193904964057325841636724059580091041096497060080200123198007973973095045069440114178345071266726326121182365802585290942863442426143144403427419562851534642531272663395317630135571726831066Categories: Blogs
Guten Morgen!
Fri, 05.03.2010 - 09:04Toy Dolls – Nellie The Elephant
Philipp Jahner18066076632008550731Categories: Blogs
Mhh, wenn Anrufe zu anonymen Hotlines nicht gevorratsdatenspeichert ...
Thu, 04.03.2010 - 12:23Mhh, wenn Anrufe zu anonymen Hotlines nicht gevorratsdatenspeichert werden dürfen, sollten wir eigentlich jeder so ne Hotline anbieten. Mal gucken, ob der CCC nicht eine Hotline für Nerds mit Liebeskummer anbieten kann oder so. Was meint ihr, was die Bundesnetzagentur dazu sagen wird, wenn da plötzlich lauter Anträge auf Einrichtung einer anonymen Hotline eingehen?(author unknown)1384297033154044589410868535308855915363167327497796508412561806607663200855073104601931552412562512148738809546908373621115727341249658299516604607920176220690162616392384493526910091041096497060080200123198007973973095025852909428634424260436573564493016424500214194630196382480
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Kurzer Schünemann-Nachschlag: bei dem Fall hier ist ...
Mon, 01.03.2010 - 17:10Kurzer Schünemann-Nachschlag: bei dem Fall hier ist inzwischen klar, dass Schünemann sich da persönlich drum gekümmert hat, dass der Frau die Einbürgerung verweigert wird. Der will wohl dem Koch Konkurrenz machen als widerlichster Unsympath Deutschlands.(author unknown)1663491790213825530411157273412496582995004057146461526710491626163923844935269100910410964970600802
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Ehrliche Politik. Unbezahlbar.
Sun, 28.02.2010 - 21:18Man kann die Schwarz-Gelbe Regierungskoalition politisch ablehnen und gegen sie kämpfen. Politische Mehrheiten entstehen aber durch Wahlen und somit ist Schwarz-Geld legitimiert, für das Volk zu sprechen und zu entscheiden. Als Rot-Grün 1998 startete, sprach man von einer Chaos-Koalition, die Große Koalition 2005 funktionierte besser, als erwartet. Doch was sich das Merkel-Westerwelle-Gespann derzeit leistet, hat mit Politik und demokratischem Streit nichts zutun. Es schadet dem Ansehen unseres Landes und wirft ein noch schlechteres Licht auf die Politik, als es ohnehin schon der Fall ist und lässt die Politikerverdrossenheit bei Bürgerinnen und Bürgern noch weiter anwachsen.
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Wer sich fragt, wieso die Politiker eigentlich immer ...
Fri, 26.02.2010 - 06:48Wer sich fragt, wieso die Politiker eigentlich immer so horrend fehlinformiert sind: das liegt daran, dass die ihre "Fakten" von den Lobbyisten holen. Und wie krass die Lobbyisten lügen, kann man an diesem Beispiel schön sehen:Die International Intellectual Property Alliance (IIPA) wendet sich derzeit an die US-amerikanische Regierung, sodass diese Open Source Software wie raubkopierte Werke werten soll. Alle Länder, die quelloffene Software unterstützen, gelten als Feinde des Kapitalismus.Mein Blog ist auch voll kapitalismusfeindlich implementiert worden!1!!(author unknown)03902447468716624343138429703315404458940006331723817042779615636590336615123848166349179021382553041318187269649687877513006180501764721087090824577622969602600510441239239600609106502248880574128201002451010241284143481299417755422839854000449045630839898257111572734124965829950966574262867543503816261639238449352691024753807495079816950091041096497060080208283626604916156401076918252597261789540258529094286344242611244337773441091948
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Island rockt! Das neue Presserecht hat in erster Lesung ...
Fri, 26.02.2010 - 06:43Island rockt! Das neue Presserecht hat in erster Lesung ohne Gegenstimmen das Parlament passiert. Was für ein schöner Lichtblick!(author unknown)1820756412733858763616634917902138255304046019315524125625120650224888057412820100931925877243876494148738809546908373621641026348201521434011157273412496582995012334394223090129221144520316846912477209896495668628571608162616392384493526911637543660067247336611100849447055617837116391304512194652100247538074950798169500910410964970600802001231980079739730950132590516478885369417628254661271926268002141946301963824801415655230365101687309815901576125086650
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Stellungnahme von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss
Wed, 24.02.2010 - 11:15Der Vollständigkeit halber und da der Text eine hervorragende Zusammenfassung des Themas ist für diejenigen, welche die Debatte um das Internet-Sperr-Gesetz in den letzten Monaten vielleicht nicht so aufmerksam verfolgt haben (wie zum Beispiel Volker Siegfried Kauder):
Die Rede von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss des Bundestages am 22. Februar 2010. Veröffentlicht vom AK Zensur (hier auch noch die Presseeklärung des AK), ebenfalls nachzulesen nach dem Klick.
Stellungnahme von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss
Es gilt das gesprochene Wort
Zunächst möchte ich mich für die Möglichkeit bedanken, das Anliegen von mir und 134.014 Mitzeichnern Online, 1.391 weiteren Mitzeichnern und insgesamt 96 eingereichten Petitionen mit gleichem Anliegen hier vor dem Petitionsausschuss des Bundestages präsentieren zu können.
Mein Name ist Franziska Heine. Ich habe am 22. April 2009 die Petition mit dem Titel „Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ eingereicht.
Ich werde als erstes kurz auf die Ereignisse des vergangenen Jahres eingehen.
Anschließend werde ich die wesentlichen Kritikpunkte am Zugangserschwerungsgesetz herausarbeiten.
Dann werde ich unsere Forderungen nennen und einen Vorschlag unterbreiten, wie die Fraktionen des Bundestages diese umsetzen können.
Im Frühjahr des letzten Jahres wurde, ausgehend vom Familienministerium, ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, mit dem das BKA ermächtigt wurde, geheime Listen mit Webseiten anzulegen. Die Webseiten auf diesen Listen sollen täglich an die deutschen Internet Service Provider übergeben und von diesen für den Zugang durch Nutzer gesperrt werden. Jeder Aufruf einer Webseite auf dieser Liste soll auf ein „Stoppschild“ umgeleitet werden.
Nun kann man sich fragen, warum über 135.000 Menschen – so viele, wie in 2 Olympiastadien passen –, sich gegen ein populistisches Gesetz wenden, das über Monate hinweg als die ultimative Lösung im Kampf gegen Kinderpornografie präsentiert wurde. Wir erinnern uns sicher alle an die Beschreibungen von Frau von der Leyen.
All diese Menschen sind nicht gegen das Stoppschild, weil sie die Verbreitung und den Konsum von Kinderpornographie befürworten. Im Gegenteil: Sie sind dagegen, weil sie darin eine gefährliche Symbolpolitik sehen, die allein darauf abzielt, eine scheinbar schnelle und scheinbar einfache Lösung zu präsentieren. Eine Symbolpolitik, die glaubt, mit technischen Mitteln soziale Probleme lösen zu können. Vor Allem eine gefährliche Symbolpolitik, die erheblichen Schaden für die Informations- und Meinungsfreiheit anrichten wird, aber zum Erreichen des eigentlichen Ziels vollkommen ungeeignet ist.
Ich werde kurz die wesentlichen Kritikpunkte an dem Gesetzentwurf herausarbeiten:
1. Die Maßnahme ist unwirksam: Die illegalen Inhalte und damit die Taten, werden im Netz durch die Stoppschilder lediglich verdeckt. Die Betroffenen erleben ein weiteres Mal eine gesellschaftliche Tabuisierung und ein von der Regierung angeordnetes Wegsehen. Tatsächlich aber sind sie weiterhin frei im Netz gespeichert und weiterhin frei abrufbar, denn die bisher bekannten Sperrtechniken können mit einfachen und frei verfügbaren Mitteln umgangen werden.
2. Die Maßnahme ist unnötig: Die Entfernung der Inhalte und die Verfolgung der Täter ist weltweit möglich: Einerseits handelt es sich um Taten, die weltweit nicht nur geächtet, sondern auch strafbar sind. Andererseits zeigen die Erfahrungen, dass die Verbreitung ausschließlich aus Ländern erfolgt, in denen die Verbreitung von Kinderpornografie verboten ist – mehrheitlich aus den USA und Westeuropa einschließlich Deutschland. [Und dann die Karte zeigen]. Auch das BKA hatte diese Erkenntnis, wie ein Brief vom 9. Juni 2009 an Frau Bulmahn von der SPD-Fraktion beweist. [zeigen]
3. Die Maßnahme ist intransparent: Das Verfahren der geheimen Liste weckt die Befürchtung, dass Seiten ohne weiteres gesperrt werden, die nichts mit kinderpornografischen Inhalten zu tun haben. Sperrlisten aus dem Ausland, die wir gefunden haben, haben gezeigt, dass nur knapp die Hälfte der dort aufgelisteten Seiten illegal waren. Die australische hatte sogar versehentlich einen Reiseveranstalter und einen Zahnarzt aus Queensland aufgelistet!
4. Aus Punkt drei folgt also: Die Maßnahme ermöglicht Willkür: Falsche Einträge sind nicht zu verhindern und: Es ist vollkommen unklar, wie sich gegen einen möglicherweise unrechtmäßigen Eintrag auf der Liste gewehrt werden könnte.
5. Die Maßnahme konterkariert Artikel 5 des Grundgesetzes: Die Existenz von „Stoppschildern“ erzeugt sogenannte „Chilling-Effekte“. Stellen Sie sich nur mal vor, sie klicken auf einen Link in einer Mail und landen auf einem Stoppschild. Sie müssen also davon ausgehen, dass sie gerade unwissentlich versucht haben, Illegales abzurufen. Nun fragen Sie sich: Sind Sie jetzt irgendwo gebrandmarkt als Konsument strafbarer Bilder? Und jetzt überlegen Sie sich: Wie wird es sich das nächste Mal anfühlen, wenn sie einen Link vor sich haben und sich nicht trauen, darauf zu klicken, obwohl Sie doch nur auf der Suche nach Informationen sind? Dies kann nicht gewollt sein.
Noch zwei etwas schwächere Argumente:
6. Die Maßnahme verhindert Verbrechensbekämpfung: Die Umleitung auf Stoppschilder ist ein perfektes Frühwarnsystem für Anbieter verbotenen Contents. es ist denkbar, dass sich kriminelle Webseitenbetreiber einfach erstellbare Abfragen erstellen, die ihnen zuverlässig mitteilen, ob ihre Seite von einer Umleitung auf eine Seite mit Stoppschild betroffen ist. Sobald sie davon erfahren, ziehen sie ihre Inhalte einfach um (das geht mit etwas technischem Know-How innerhalb von wenigen Minuten). So verspielen die Ermittlungsbehörden wichtige Vorteile im Kampf gegen die Täter.
7. Die Maßnahme könnte die Verbreitung illegaler Inhalte fördern: Das Gleiche gilt für Konsumenten illegaler Inhalte. Auch sie können sich mit Hilfe einfacher Abfragen Listen zusammenstellen, die sie zielgerichtet zu den für sie relevanten Inhalten führen. Die Listen des BKA werden so zu Navigationshilfen, die direkt zu den illegalen Inhalten führen.
Diese Punkte wurden während des letzten Jahres von vielen Leuten immer und immer wieder beharrlich angesprochen. Wir haben diskutiert und den Dialog gesucht. Jetzt, in der neuen Legislaturperiode, gibt es einen breiten politischen Konsens, dass Netzsperren keine sinnvolle Massnahme bei der Bekämpfung strafbarer Inhalte im Netz sind. Darüber freuen wir uns.
Dennoch ist ein Gesetz, von dessen Sinnlosigkeit alle Parteien überzeugt sind, durch die Unterschrift des Bundespräsidenten und die baldige Verkündung politische Realität. Dass CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag eine Nichtanwendung des Gesetzes beschlossen haben war ein wichtiger Schritt, der jedoch eine Menge bisher ungeklärter Fragen aufgeworfen hat.
Deshalb ist jetzt der Moment, in dem wir diesen schwierigen Zustand in der gesetzlichen Grauzone beenden müssen. Wir brauchen eine überparteiliche Koalition der rechtsstaatlichen Vernunft, die gemeinsam ein Aufhebungsgesetz für das Netzsperrengesetz in den Bundestag einbringt. Auch wenn das ursprüngliche Vorhaben mit den Stoppschildern gut gemeint gewesen sein sollte, sollten Sie sich besseren Einsichten nicht verschließen und dieses unnötige und für unsere Demokratie schädliche Gesetz aus der Welt schaffen.
Johnny HaeuslerCategories: Blogs
Stellungnahme von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss
Wed, 24.02.2010 - 11:15Der Vollständigkeit halber und da der Text eine hervorragende Zusammenfassung des Themas ist für diejenigen, welche die Debatte um das Internet-Sperr-Gesetz in den letzten Monaten vielleicht nicht so aufmerksam verfolgt haben (wie zum Beispiel Volker Siegfried Kauder):
Die Rede von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss des Bundestages am 22. Februar 2010. Veröffentlicht vom AK Zensur (hier auch noch die Presseeklärung des AK), ebenfalls nachzulesen nach dem Klick.
Stellungnahme von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss
Es gilt das gesprochene Wort
Zunächst möchte ich mich für die Möglichkeit bedanken, das Anliegen von mir und 134.014 Mitzeichnern Online, 1.391 weiteren Mitzeichnern und insgesamt 96 eingereichten Petitionen mit gleichem Anliegen hier vor dem Petitionsausschuss des Bundestages präsentieren zu können.
Mein Name ist Franziska Heine. Ich habe am 22. April 2009 die Petition mit dem Titel „Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ eingereicht.
Ich werde als erstes kurz auf die Ereignisse des vergangenen Jahres eingehen.
Anschließend werde ich die wesentlichen Kritikpunkte am Zugangserschwerungsgesetz herausarbeiten.
Dann werde ich unsere Forderungen nennen und einen Vorschlag unterbreiten, wie die Fraktionen des Bundestages diese umsetzen können.
Im Frühjahr des letzten Jahres wurde, ausgehend vom Familienministerium, ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, mit dem das BKA ermächtigt wurde, geheime Listen mit Webseiten anzulegen. Die Webseiten auf diesen Listen sollen täglich an die deutschen Internet Service Provider übergeben und von diesen für den Zugang durch Nutzer gesperrt werden. Jeder Aufruf einer Webseite auf dieser Liste soll auf ein „Stoppschild“ umgeleitet werden.
Nun kann man sich fragen, warum über 135.000 Menschen – so viele, wie in 2 Olympiastadien passen –, sich gegen ein populistisches Gesetz wenden, das über Monate hinweg als die ultimative Lösung im Kampf gegen Kinderpornografie präsentiert wurde. Wir erinnern uns sicher alle an die Beschreibungen von Frau von der Leyen.
All diese Menschen sind nicht gegen das Stoppschild, weil sie die Verbreitung und den Konsum von Kinderpornographie befürworten. Im Gegenteil: Sie sind dagegen, weil sie darin eine gefährliche Symbolpolitik sehen, die allein darauf abzielt, eine scheinbar schnelle und scheinbar einfache Lösung zu präsentieren. Eine Symbolpolitik, die glaubt, mit technischen Mitteln soziale Probleme lösen zu können. Vor Allem eine gefährliche Symbolpolitik, die erheblichen Schaden für die Informations- und Meinungsfreiheit anrichten wird, aber zum Erreichen des eigentlichen Ziels vollkommen ungeeignet ist.
Ich werde kurz die wesentlichen Kritikpunkte an dem Gesetzentwurf herausarbeiten:
1. Die Maßnahme ist unwirksam: Die illegalen Inhalte und damit die Taten, werden im Netz durch die Stoppschilder lediglich verdeckt. Die Betroffenen erleben ein weiteres Mal eine gesellschaftliche Tabuisierung und ein von der Regierung angeordnetes Wegsehen. Tatsächlich aber sind sie weiterhin frei im Netz gespeichert und weiterhin frei abrufbar, denn die bisher bekannten Sperrtechniken können mit einfachen und frei verfügbaren Mitteln umgangen werden.
2. Die Maßnahme ist unnötig: Die Entfernung der Inhalte und die Verfolgung der Täter ist weltweit möglich: Einerseits handelt es sich um Taten, die weltweit nicht nur geächtet, sondern auch strafbar sind. Andererseits zeigen die Erfahrungen, dass die Verbreitung ausschließlich aus Ländern erfolgt, in denen die Verbreitung von Kinderpornografie verboten ist – mehrheitlich aus den USA und Westeuropa einschließlich Deutschland. [Und dann die Karte zeigen]. Auch das BKA hatte diese Erkenntnis, wie ein Brief vom 9. Juni 2009 an Frau Bulmahn von der SPD-Fraktion beweist. [zeigen]
3. Die Maßnahme ist intransparent: Das Verfahren der geheimen Liste weckt die Befürchtung, dass Seiten ohne weiteres gesperrt werden, die nichts mit kinderpornografischen Inhalten zu tun haben. Sperrlisten aus dem Ausland, die wir gefunden haben, haben gezeigt, dass nur knapp die Hälfte der dort aufgelisteten Seiten illegal waren. Die australische hatte sogar versehentlich einen Reiseveranstalter und einen Zahnarzt aus Queensland aufgelistet!
4. Aus Punkt drei folgt also: Die Maßnahme ermöglicht Willkür: Falsche Einträge sind nicht zu verhindern und: Es ist vollkommen unklar, wie sich gegen einen möglicherweise unrechtmäßigen Eintrag auf der Liste gewehrt werden könnte.
5. Die Maßnahme konterkariert Artikel 5 des Grundgesetzes: Die Existenz von „Stoppschildern“ erzeugt sogenannte „Chilling-Effekte“. Stellen Sie sich nur mal vor, sie klicken auf einen Link in einer Mail und landen auf einem Stoppschild. Sie müssen also davon ausgehen, dass sie gerade unwissentlich versucht haben, Illegales abzurufen. Nun fragen Sie sich: Sind Sie jetzt irgendwo gebrandmarkt als Konsument strafbarer Bilder? Und jetzt überlegen Sie sich: Wie wird es sich das nächste Mal anfühlen, wenn sie einen Link vor sich haben und sich nicht trauen, darauf zu klicken, obwohl Sie doch nur auf der Suche nach Informationen sind? Dies kann nicht gewollt sein.
Noch zwei etwas schwächere Argumente:
6. Die Maßnahme verhindert Verbrechensbekämpfung: Die Umleitung auf Stoppschilder ist ein perfektes Frühwarnsystem für Anbieter verbotenen Contents. es ist denkbar, dass sich kriminelle Webseitenbetreiber einfach erstellbare Abfragen erstellen, die ihnen zuverlässig mitteilen, ob ihre Seite von einer Umleitung auf eine Seite mit Stoppschild betroffen ist. Sobald sie davon erfahren, ziehen sie ihre Inhalte einfach um (das geht mit etwas technischem Know-How innerhalb von wenigen Minuten). So verspielen die Ermittlungsbehörden wichtige Vorteile im Kampf gegen die Täter.
7. Die Maßnahme könnte die Verbreitung illegaler Inhalte fördern: Das Gleiche gilt für Konsumenten illegaler Inhalte. Auch sie können sich mit Hilfe einfacher Abfragen Listen zusammenstellen, die sie zielgerichtet zu den für sie relevanten Inhalten führen. Die Listen des BKA werden so zu Navigationshilfen, die direkt zu den illegalen Inhalten führen.
Diese Punkte wurden während des letzten Jahres von vielen Leuten immer und immer wieder beharrlich angesprochen. Wir haben diskutiert und den Dialog gesucht. Jetzt, in der neuen Legislaturperiode, gibt es einen breiten politischen Konsens, dass Netzsperren keine sinnvolle Massnahme bei der Bekämpfung strafbarer Inhalte im Netz sind. Darüber freuen wir uns.
Dennoch ist ein Gesetz, von dessen Sinnlosigkeit alle Parteien überzeugt sind, durch die Unterschrift des Bundespräsidenten und die baldige Verkündung politische Realität. Dass CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag eine Nichtanwendung des Gesetzes beschlossen haben war ein wichtiger Schritt, der jedoch eine Menge bisher ungeklärter Fragen aufgeworfen hat.
Deshalb ist jetzt der Moment, in dem wir diesen schwierigen Zustand in der gesetzlichen Grauzone beenden müssen. Wir brauchen eine überparteiliche Koalition der rechtsstaatlichen Vernunft, die gemeinsam ein Aufhebungsgesetz für das Netzsperrengesetz in den Bundestag einbringt. Auch wenn das ursprüngliche Vorhaben mit den Stoppschildern gut gemeint gewesen sein sollte, sollten Sie sich besseren Einsichten nicht verschließen und dieses unnötige und für unsere Demokratie schädliche Gesetz aus der Welt schaffen.
Johnny HaeuslerCategories: Blogs
Stellungnahme von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss
Wed, 24.02.2010 - 11:15Der Vollständigkeit halber und da der Text eine hervorragende Zusammenfassung des Themas ist für diejenigen, welche die Debatte um das Internet-Sperr-Gesetz in den letzten Monaten vielleicht nicht so aufmerksam verfolgt haben (wie zum Beispiel Volker Siegfried Kauder):
Die Rede von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss des Bundestages am 22. Februar 2010. Veröffentlicht vom AK Zensur (hier auch noch die Presseeklärung des AK), ebenfalls nachzulesen nach dem Klick.
Stellungnahme von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss
Es gilt das gesprochene Wort
Zunächst möchte ich mich für die Möglichkeit bedanken, das Anliegen von mir und 134.014 Mitzeichnern Online, 1.391 weiteren Mitzeichnern und insgesamt 96 eingereichten Petitionen mit gleichem Anliegen hier vor dem Petitionsausschuss des Bundestages präsentieren zu können.
Mein Name ist Franziska Heine. Ich habe am 22. April 2009 die Petition mit dem Titel „Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ eingereicht.
Ich werde als erstes kurz auf die Ereignisse des vergangenen Jahres eingehen.
Anschließend werde ich die wesentlichen Kritikpunkte am Zugangserschwerungsgesetz herausarbeiten.
Dann werde ich unsere Forderungen nennen und einen Vorschlag unterbreiten, wie die Fraktionen des Bundestages diese umsetzen können.
Im Frühjahr des letzten Jahres wurde, ausgehend vom Familienministerium, ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, mit dem das BKA ermächtigt wurde, geheime Listen mit Webseiten anzulegen. Die Webseiten auf diesen Listen sollen täglich an die deutschen Internet Service Provider übergeben und von diesen für den Zugang durch Nutzer gesperrt werden. Jeder Aufruf einer Webseite auf dieser Liste soll auf ein „Stoppschild“ umgeleitet werden.
Nun kann man sich fragen, warum über 135.000 Menschen – so viele, wie in 2 Olympiastadien passen –, sich gegen ein populistisches Gesetz wenden, das über Monate hinweg als die ultimative Lösung im Kampf gegen Kinderpornografie präsentiert wurde. Wir erinnern uns sicher alle an die Beschreibungen von Frau von der Leyen.
All diese Menschen sind nicht gegen das Stoppschild, weil sie die Verbreitung und den Konsum von Kinderpornographie befürworten. Im Gegenteil: Sie sind dagegen, weil sie darin eine gefährliche Symbolpolitik sehen, die allein darauf abzielt, eine scheinbar schnelle und scheinbar einfache Lösung zu präsentieren. Eine Symbolpolitik, die glaubt, mit technischen Mitteln soziale Probleme lösen zu können. Vor Allem eine gefährliche Symbolpolitik, die erheblichen Schaden für die Informations- und Meinungsfreiheit anrichten wird, aber zum Erreichen des eigentlichen Ziels vollkommen ungeeignet ist.
Ich werde kurz die wesentlichen Kritikpunkte an dem Gesetzentwurf herausarbeiten:
1. Die Maßnahme ist unwirksam: Die illegalen Inhalte und damit die Taten, werden im Netz durch die Stoppschilder lediglich verdeckt. Die Betroffenen erleben ein weiteres Mal eine gesellschaftliche Tabuisierung und ein von der Regierung angeordnetes Wegsehen. Tatsächlich aber sind sie weiterhin frei im Netz gespeichert und weiterhin frei abrufbar, denn die bisher bekannten Sperrtechniken können mit einfachen und frei verfügbaren Mitteln umgangen werden.
2. Die Maßnahme ist unnötig: Die Entfernung der Inhalte und die Verfolgung der Täter ist weltweit möglich: Einerseits handelt es sich um Taten, die weltweit nicht nur geächtet, sondern auch strafbar sind. Andererseits zeigen die Erfahrungen, dass die Verbreitung ausschließlich aus Ländern erfolgt, in denen die Verbreitung von Kinderpornografie verboten ist – mehrheitlich aus den USA und Westeuropa einschließlich Deutschland. [Und dann die Karte zeigen]. Auch das BKA hatte diese Erkenntnis, wie ein Brief vom 9. Juni 2009 an Frau Bulmahn von der SPD-Fraktion beweist. [zeigen]
3. Die Maßnahme ist intransparent: Das Verfahren der geheimen Liste weckt die Befürchtung, dass Seiten ohne weiteres gesperrt werden, die nichts mit kinderpornografischen Inhalten zu tun haben. Sperrlisten aus dem Ausland, die wir gefunden haben, haben gezeigt, dass nur knapp die Hälfte der dort aufgelisteten Seiten illegal waren. Die australische hatte sogar versehentlich einen Reiseveranstalter und einen Zahnarzt aus Queensland aufgelistet!
4. Aus Punkt drei folgt also: Die Maßnahme ermöglicht Willkür: Falsche Einträge sind nicht zu verhindern und: Es ist vollkommen unklar, wie sich gegen einen möglicherweise unrechtmäßigen Eintrag auf der Liste gewehrt werden könnte.
5. Die Maßnahme konterkariert Artikel 5 des Grundgesetzes: Die Existenz von „Stoppschildern“ erzeugt sogenannte „Chilling-Effekte“. Stellen Sie sich nur mal vor, sie klicken auf einen Link in einer Mail und landen auf einem Stoppschild. Sie müssen also davon ausgehen, dass sie gerade unwissentlich versucht haben, Illegales abzurufen. Nun fragen Sie sich: Sind Sie jetzt irgendwo gebrandmarkt als Konsument strafbarer Bilder? Und jetzt überlegen Sie sich: Wie wird es sich das nächste Mal anfühlen, wenn sie einen Link vor sich haben und sich nicht trauen, darauf zu klicken, obwohl Sie doch nur auf der Suche nach Informationen sind? Dies kann nicht gewollt sein.
Noch zwei etwas schwächere Argumente:
6. Die Maßnahme verhindert Verbrechensbekämpfung: Die Umleitung auf Stoppschilder ist ein perfektes Frühwarnsystem für Anbieter verbotenen Contents. es ist denkbar, dass sich kriminelle Webseitenbetreiber einfach erstellbare Abfragen erstellen, die ihnen zuverlässig mitteilen, ob ihre Seite von einer Umleitung auf eine Seite mit Stoppschild betroffen ist. Sobald sie davon erfahren, ziehen sie ihre Inhalte einfach um (das geht mit etwas technischem Know-How innerhalb von wenigen Minuten). So verspielen die Ermittlungsbehörden wichtige Vorteile im Kampf gegen die Täter.
7. Die Maßnahme könnte die Verbreitung illegaler Inhalte fördern: Das Gleiche gilt für Konsumenten illegaler Inhalte. Auch sie können sich mit Hilfe einfacher Abfragen Listen zusammenstellen, die sie zielgerichtet zu den für sie relevanten Inhalten führen. Die Listen des BKA werden so zu Navigationshilfen, die direkt zu den illegalen Inhalten führen.
Diese Punkte wurden während des letzten Jahres von vielen Leuten immer und immer wieder beharrlich angesprochen. Wir haben diskutiert und den Dialog gesucht. Jetzt, in der neuen Legislaturperiode, gibt es einen breiten politischen Konsens, dass Netzsperren keine sinnvolle Massnahme bei der Bekämpfung strafbarer Inhalte im Netz sind. Darüber freuen wir uns.
Dennoch ist ein Gesetz, von dessen Sinnlosigkeit alle Parteien überzeugt sind, durch die Unterschrift des Bundespräsidenten und die baldige Verkündung politische Realität. Dass CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag eine Nichtanwendung des Gesetzes beschlossen haben war ein wichtiger Schritt, der jedoch eine Menge bisher ungeklärter Fragen aufgeworfen hat.
Deshalb ist jetzt der Moment, in dem wir diesen schwierigen Zustand in der gesetzlichen Grauzone beenden müssen. Wir brauchen eine überparteiliche Koalition der rechtsstaatlichen Vernunft, die gemeinsam ein Aufhebungsgesetz für das Netzsperrengesetz in den Bundestag einbringt. Auch wenn das ursprüngliche Vorhaben mit den Stoppschildern gut gemeint gewesen sein sollte, sollten Sie sich besseren Einsichten nicht verschließen und dieses unnötige und für unsere Demokratie schädliche Gesetz aus der Welt schaffen.
Johnny HaeuslerCategories: Blogs
Stellungnahme von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss
Wed, 24.02.2010 - 11:15Der Vollständigkeit halber und da der Text eine hervorragende Zusammenfassung des Themas ist für diejenigen, welche die Debatte um das Internet-Sperr-Gesetz in den letzten Monaten vielleicht nicht so aufmerksam verfolgt haben (wie zum Beispiel Volker Siegfried Kauder):
Die Rede von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss des Bundestages am 22. Februar 2010. Veröffentlicht vom AK Zensur (hier auch noch die Presseeklärung des AK), ebenfalls nachzulesen nach dem Klick.
Stellungnahme von Franziska Heine vor dem Petitionsauschuss
Es gilt das gesprochene Wort
Zunächst möchte ich mich für die Möglichkeit bedanken, das Anliegen von mir und 134.014 Mitzeichnern Online, 1.391 weiteren Mitzeichnern und insgesamt 96 eingereichten Petitionen mit gleichem Anliegen hier vor dem Petitionsausschuss des Bundestages präsentieren zu können.
Mein Name ist Franziska Heine. Ich habe am 22. April 2009 die Petition mit dem Titel „Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ eingereicht.
Ich werde als erstes kurz auf die Ereignisse des vergangenen Jahres eingehen.
Anschließend werde ich die wesentlichen Kritikpunkte am Zugangserschwerungsgesetz herausarbeiten.
Dann werde ich unsere Forderungen nennen und einen Vorschlag unterbreiten, wie die Fraktionen des Bundestages diese umsetzen können.
Im Frühjahr des letzten Jahres wurde, ausgehend vom Familienministerium, ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, mit dem das BKA ermächtigt wurde, geheime Listen mit Webseiten anzulegen. Die Webseiten auf diesen Listen sollen täglich an die deutschen Internet Service Provider übergeben und von diesen für den Zugang durch Nutzer gesperrt werden. Jeder Aufruf einer Webseite auf dieser Liste soll auf ein „Stoppschild“ umgeleitet werden.
Nun kann man sich fragen, warum über 135.000 Menschen – so viele, wie in 2 Olympiastadien passen –, sich gegen ein populistisches Gesetz wenden, das über Monate hinweg als die ultimative Lösung im Kampf gegen Kinderpornografie präsentiert wurde. Wir erinnern uns sicher alle an die Beschreibungen von Frau von der Leyen.
All diese Menschen sind nicht gegen das Stoppschild, weil sie die Verbreitung und den Konsum von Kinderpornographie befürworten. Im Gegenteil: Sie sind dagegen, weil sie darin eine gefährliche Symbolpolitik sehen, die allein darauf abzielt, eine scheinbar schnelle und scheinbar einfache Lösung zu präsentieren. Eine Symbolpolitik, die glaubt, mit technischen Mitteln soziale Probleme lösen zu können. Vor Allem eine gefährliche Symbolpolitik, die erheblichen Schaden für die Informations- und Meinungsfreiheit anrichten wird, aber zum Erreichen des eigentlichen Ziels vollkommen ungeeignet ist.
Ich werde kurz die wesentlichen Kritikpunkte an dem Gesetzentwurf herausarbeiten:
1. Die Maßnahme ist unwirksam: Die illegalen Inhalte und damit die Taten, werden im Netz durch die Stoppschilder lediglich verdeckt. Die Betroffenen erleben ein weiteres Mal eine gesellschaftliche Tabuisierung und ein von der Regierung angeordnetes Wegsehen. Tatsächlich aber sind sie weiterhin frei im Netz gespeichert und weiterhin frei abrufbar, denn die bisher bekannten Sperrtechniken können mit einfachen und frei verfügbaren Mitteln umgangen werden.
2. Die Maßnahme ist unnötig: Die Entfernung der Inhalte und die Verfolgung der Täter ist weltweit möglich: Einerseits handelt es sich um Taten, die weltweit nicht nur geächtet, sondern auch strafbar sind. Andererseits zeigen die Erfahrungen, dass die Verbreitung ausschließlich aus Ländern erfolgt, in denen die Verbreitung von Kinderpornografie verboten ist – mehrheitlich aus den USA und Westeuropa einschließlich Deutschland. [Und dann die Karte zeigen]. Auch das BKA hatte diese Erkenntnis, wie ein Brief vom 9. Juni 2009 an Frau Bulmahn von der SPD-Fraktion beweist. [zeigen]
3. Die Maßnahme ist intransparent: Das Verfahren der geheimen Liste weckt die Befürchtung, dass Seiten ohne weiteres gesperrt werden, die nichts mit kinderpornografischen Inhalten zu tun haben. Sperrlisten aus dem Ausland, die wir gefunden haben, haben gezeigt, dass nur knapp die Hälfte der dort aufgelisteten Seiten illegal waren. Die australische hatte sogar versehentlich einen Reiseveranstalter und einen Zahnarzt aus Queensland aufgelistet!
4. Aus Punkt drei folgt also: Die Maßnahme ermöglicht Willkür: Falsche Einträge sind nicht zu verhindern und: Es ist vollkommen unklar, wie sich gegen einen möglicherweise unrechtmäßigen Eintrag auf der Liste gewehrt werden könnte.
5. Die Maßnahme konterkariert Artikel 5 des Grundgesetzes: Die Existenz von „Stoppschildern“ erzeugt sogenannte „Chilling-Effekte“. Stellen Sie sich nur mal vor, sie klicken auf einen Link in einer Mail und landen auf einem Stoppschild. Sie müssen also davon ausgehen, dass sie gerade unwissentlich versucht haben, Illegales abzurufen. Nun fragen Sie sich: Sind Sie jetzt irgendwo gebrandmarkt als Konsument strafbarer Bilder? Und jetzt überlegen Sie sich: Wie wird es sich das nächste Mal anfühlen, wenn sie einen Link vor sich haben und sich nicht trauen, darauf zu klicken, obwohl Sie doch nur auf der Suche nach Informationen sind? Dies kann nicht gewollt sein.
Noch zwei etwas schwächere Argumente:
6. Die Maßnahme verhindert Verbrechensbekämpfung: Die Umleitung auf Stoppschilder ist ein perfektes Frühwarnsystem für Anbieter verbotenen Contents. es ist denkbar, dass sich kriminelle Webseitenbetreiber einfach erstellbare Abfragen erstellen, die ihnen zuverlässig mitteilen, ob ihre Seite von einer Umleitung auf eine Seite mit Stoppschild betroffen ist. Sobald sie davon erfahren, ziehen sie ihre Inhalte einfach um (das geht mit etwas technischem Know-How innerhalb von wenigen Minuten). So verspielen die Ermittlungsbehörden wichtige Vorteile im Kampf gegen die Täter.
7. Die Maßnahme könnte die Verbreitung illegaler Inhalte fördern: Das Gleiche gilt für Konsumenten illegaler Inhalte. Auch sie können sich mit Hilfe einfacher Abfragen Listen zusammenstellen, die sie zielgerichtet zu den für sie relevanten Inhalten führen. Die Listen des BKA werden so zu Navigationshilfen, die direkt zu den illegalen Inhalten führen.
Diese Punkte wurden während des letzten Jahres von vielen Leuten immer und immer wieder beharrlich angesprochen. Wir haben diskutiert und den Dialog gesucht. Jetzt, in der neuen Legislaturperiode, gibt es einen breiten politischen Konsens, dass Netzsperren keine sinnvolle Massnahme bei der Bekämpfung strafbarer Inhalte im Netz sind. Darüber freuen wir uns.
Dennoch ist ein Gesetz, von dessen Sinnlosigkeit alle Parteien überzeugt sind, durch die Unterschrift des Bundespräsidenten und die baldige Verkündung politische Realität. Dass CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag eine Nichtanwendung des Gesetzes beschlossen haben war ein wichtiger Schritt, der jedoch eine Menge bisher ungeklärter Fragen aufgeworfen hat.
Deshalb ist jetzt der Moment, in dem wir diesen schwierigen Zustand in der gesetzlichen Grauzone beenden müssen. Wir brauchen eine überparteiliche Koalition der rechtsstaatlichen Vernunft, die gemeinsam ein Aufhebungsgesetz für das Netzsperrengesetz in den Bundestag einbringt. Auch wenn das ursprüngliche Vorhaben mit den Stoppschildern gut gemeint gewesen sein sollte, sollten Sie sich besseren Einsichten nicht verschließen und dieses unnötige und für unsere Demokratie schädliche Gesetz aus der Welt schaffen.
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